Lloyd

 

Seit 1906 baute die NAMAG (Norddeutsche Automobil und Motoren Aktien Gesellschaft) aus Bremen Automobile unter dem Markennamen "Lloyd". 1914 fusionierte die NAMAG mit der Hansa-Automobil GmbH aus Varel zur "Hansa-Lloyd AG" mit Hauptsitz in Bremen und baute fortan hauptsächlich Lastkraftwagen und Traktoren. 1929 übernahmen Carl F. W. Borgward und sein Partner Wilhelm Tecklenbourg das Unternehmen und gründeten 1931 schließlich die "Hansa-Lloyd und Goliath-Werke Borgward & Tecklenborg OHG". 1949, mit Umbenennung in die "Lloyd Maschinenfabrik G.m.b.H." begann schließlich die erfolgreichste Zeit der Automarke Lloyd. Mit dem "EL 3000" wurden bereits kurz nach Kriegsende Elektrofahrzeuge für die britische Besatzung gebaut. Der "EL 3000" basierte auf dem damaligen Wehrmachts-LKW "B 3000" von Borgward. Der EL 3000 wurde bei den Briten schnell beliebt und warf für das Bremer Unternehmen gute Gewinne ab, da er wartungsfreundlich und zudem nicht reparaturanfällig war. Mit dem im Mai 1950 vorgestellten "LP 300" etablierte sich Lloyd schließlich im damaligen Kleinwagensegment. Die Abkürzung "LP" prägte sich im Volksmund schnell als Abkürzung für den "Leukoplastbomber" ein, da die Karosserien der Llyod-Fahrzeuge aus dem damaligen modernen Kunststoff gefertigt waren. Dem LP 300 folgte der "LP 400" und schließlich 1955 das größte und erfolgreichste Modell der "LP 600 Alexander". Mit Auswahl der Werkstoffe, der richtigen Größe und trendigen Karosserieformen entsprachen die Lloyd Modell dem damaligen Trend der 50er Jahre und boten für viele Nachkriegsdeutsche den ideale Aufstieg vom Motorrad zum ersten eigenen PKW. Trotz der 1959 vorgestellten "LP 900 Arabella" konnte der Niedergang der Bremer Automobilmarke nicht aufgehalten werden. Der Konkurs des Borgward-Unternehmens 1961 bedeute auch für Lloyd das Ende. Obwohl erst 1989 offiziell aus dem Handelsregister gelöscht, hatte die Bremer Traditionsmarke seit 1961 keinen Einfluß mehr in der Automobilgeschichte.

 

"Die größte Gefahr im Straßenverkehr sind Autos, die schneller fahren, als ihr Fahrer denken kann."
Robert Lembke, Quizmaster

Lloyd LP 600 "Alexander" (1957-1961)

 

Erstzulassung:             07.1957

Motor:                         2-Zylinder-Gleichläufermotor, Parallel-Twin

Hubraum:                    596 cm³

Leistung:                     18 PS bei 4.500 U/min

Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h

Getriebe:                     3-Gang-Schaltgetriebe, unsynchronisiert

Fahrwerk:                    Frontantrieb, Pendelachse & Schraubenfedern hi,

                                   Blattfedern vo, hydr. Trommelbremsen rundum

Stückzahl:                    176.524

damaliger Grundpreis:   DM 4.060,-